{"id":451,"date":"2019-07-17T05:58:39","date_gmt":"2019-07-17T03:58:39","guid":{"rendered":"https:\/\/ada-sub.rotefadenbuecher.de\/?page_id=451"},"modified":"2019-07-17T05:58:39","modified_gmt":"2019-07-17T03:58:39","slug":"poetic","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/poetic\/","title":{"rendered":"poetic"},"content":{"rendered":"<p>#trampelpfade. eine poetik der kohlr\u00fcben. eine -kohlr\u00fcbenpoetik-.<br \/>\nr\u00e4uspern. der clerk nimmt die f\u00fcsze vom tisch, beendet das private telefonat und schaut etwas bedr\u00f6ppelt. im vorlauf ging es um einen nicht zugestellten scheck des amts.<br \/>\n&#8211; w\u00fcrden Sie freundlicherweise nachschauen, ob Sie eine unterlage f\u00fcr den scheck finden?<br \/>\n&#8211; \u00e4h, ja\u2026, da machich mich gleich ran.<\/p>\n<p>willi, seit kurzem der abteilungsleiter dort, wendet sich ab. clerk packt die f\u00fcsze wieder auf den tisch\u2026<br \/>\n&#8211; wann gedenken Sie sich da -gleich ranzumachen-?<br \/>\n&#8211; naja\u2026, ich dachte so nach dem mittagessen??<br \/>\n&#8211; wie w\u00e4rs mit gleich?<br \/>\n&#8211; ich hab noch kein hunger\u2026<\/p>\n<p>es folgt ein ausfall willi\u2019s, der in dem ausstosz -SOFORT!- endet und einem eingesch\u00fcchterten clerk, der in der n\u00e4chsten szene dann auch gefeuert wird, weil er nicht bereit ist, den inzwischen von willi gefundenen scheck (\u201eer lag in der wilcox akte\u2026\u201c &#8211; \u201ewilcox\u2026, wilcox\u2026, der name sagt mir was\u2026\u201c) mit \u201eseinem neuen wagen\u201c irgendwo in einem (brennpunktviertel) auszuliefern, zuzustellen\u2026<br \/>\nwas denken Sie \u00fcber diese szene? wo kommt sie her, f\u00fcr wen wurde sie geschrieben und wer hat dar\u00fcber gelacht? und warum steht sie am anfang dieses essay? soll ich es sofort aufl\u00f6sen? okay.<br \/>\ndas bild ist ein zitat aus der fernsehserie ALF, die mitte der 80er jahre im zweiten deutschen fernsehn lief, was der zweite von drei kan\u00e4len westfernsehn war, die wir neben ddr1 und ddr2 und vielleicht noch irgendeinem weiteren mir entfallenen kanal dort empfangen konnten, zumindest in berlin. haben Sie ein biszchen gelacht? es war immerhin die erste amerikanische serie, die man in d. sehen konnte, die mit eingespielten lachern vom band die zuschauer dazu ermunterte, es witzig zu finden. vielleicht ist es nur diesem umstand zu verdanken, dasz wir, und damit meine ich ein paar wenige, die sp\u00e4ter lieber ALF cassetten aus der b\u00fccherei ausliehen, um damit einzuschlafen, als TKKG oder ???; dasz wir es jdfs. damals bzw. heute noch witzig finden. ich glaube aber, es hat einen anderen grund. warum steht das bild am anfang\u2026<br \/>\nsehn Sie\u2026, voici\u2026; es gibt mehrere, f\u00fcr die analyse hier eben genau zwei sorten humor. einen ziemlich schnell zu verstehenden und dann lacht man eben, und einen den ich gemein -subtil- bezeichnen w\u00fcrde. wer zum einschlafen die (mehrheitsf\u00e4higen) cassetten geh\u00f6rt hat, wird (im kontext dessen, worum es in dieser poetik gehen wird) nicht viel gelernt haben, nachdem er sich von den lateinvokabeln verabschiedet, das heft unterm kopfkissen deponiert und das laken gerichtet hat. wir schon, die andern eben schon. und lachen eben immer noch. und kotzen \u00fcber tkkg. und die unm\u00f6glichkeit, es den kindern zu vermiesen.<br \/>\n##ein guter text musz b\u00f6se sein.<br \/>\ndas war die einleitung, und sehen Sie, Sie k\u00f6nnen mir folgen, oder? Sie verstehen, warum ein text, der auch nach jahren der lekt\u00fcre einsichten bietet, besser ist (und ich nenne das erstmal nur einfach -besser-) als einer, der sich beim ersten lesen entschl\u00fcsseln l\u00e4szt oder s.o. lacher bringt. damit w\u00e4ren wir schon in medias res und warum es sich lohnt, literatur in -geschriebenes- und -literatur- zu unterteilen. \u00fcber *literatur* l\u00e4szt sich streiten, zu geschriebenem lassen sich h\u00f6chstens pr\u00e4dikate verteilen. ein schlecht geschriebener text kann einem gefallen oder nicht, je nach dem, was man grad braucht, wo man herkommt und welche cassetten man zum einschlafen geh\u00f6rt hat (oder noch h\u00f6rt.) ein bahnhofskrimi l\u00e4szt sich getrost im zug liegen; ein in leipzig geklautes buch von wagenbach auch, aber eben deshalb, weil man ein biszchen schlechtes gewissen hat und das eben dann wenigstens andern zum lesen liegenl\u00e4szt. ich habe saphia azzedines (\u2026) dann noch ein zweites mal (deponiert), auf der kifferbank vor den toren der waldschule, weil ich dachte, die jungs sollten das lesen und komm da nie drauf. the drago principle\u2026, also jmd. den einstieg in literatur so einfach wie m\u00f6glich machen. k\u00f6nnen Sie mir noch folgen?<br \/>\n##toujours travailler.<br \/>\nes ist ostermontag, 0816, erstellungsdatum der datei ist 0719. ich sitze also in meinem christenfreien tag seit einer guten stunde an der apologie des ALF, anstatt mit der poetik der kohlr\u00fcbe zu herauszur\u00fccken, die mir gestern aufgetragen worden ist. wo wollen wir nun also hin\u2026<br \/>\nich weisz nicht, ob in dem auftrag auch ein teil ironie versteckt gewesen ist, die dahin zielen sollte, dasz ich mir zu aller erdenklichen gelegenheit (senf) anmasze abzugeben, der vielleicht nicht jeden wirklich interessiert. ich habe in der ersten klasse in der letzten bank gesessen mit der erlaubnis, meine eigenen b\u00fccher zu lesen. das soll nur bedingt etwas zu meinem tiefen (theoretischen verst\u00e4ndnis) der deutschen sprache aussagen, das auch bei 15 abiturpunkten aufh\u00f6rte um in der germanistik sp\u00e4ter, vielleicht der fontanezerrupfung geschuldet (injektion der mir sehr viel bedeutet hatte), ersteinmal, nicht ohne lustgewinn, dem literarischen (schaffen), der (kunst) zu weichen. was neben mir in der literatur passierte, habe ich nur im *sediment* wahrgenommen und mich sehr lange nicht f\u00fcr autoren interessiert, die -zur zeit- ihre b\u00fccher auch verkauften. dieses desinteresse ist irgendwann nicht mehr aufrechtzuerhalten gewesen, sp\u00e4testens seit kook die lyrikszene mit immer wieder aufregenden neuerscheinungen versorgte und ich angefangen hatte, b\u00fccher in leipzig zu klauen, nat\u00fcrlich nicht von daniela. warum komme ich immer noch nicht zu den kohlr\u00fcben?<br \/>\n##kritik, als pyramide gedacht os\u00e4.<br \/>\nes verh\u00e4lt sich damit folgendermaszen: die brassica oleracea ssp\u2026., als die wir ja alle irgendwann einmal auf dem feld standen, bevor wir in die welt entlassen wurden, sind eigentlich nur in einem fetten topf genieszbar zusammen mit dem rest der weihnachtsgans. alles andere ist verschwendung. f\u00fcr den bauern, den koch, muttern und oman. wir w\u00e4ren nicht chauvinisten geworden, wenn uns ein storch in ein haufen stroh geworfen h\u00e4tte. ich merke schon, Sie st\u00f6ren sich an der sprache. und Sie nehmen mir mein brilliantes deutsch nicht ab. glauben nicht, dasz ich h\u00f6re, ob ein text gut ist oder scheisze tut mir leid das muszte sein. Sie sehen jedes fehlende komma, jedes missing -en, jede \u00fcberhaupt verk\u00fcrzung. ich soll mich also erkl\u00e4ren, oder. oder.<br \/>\nmusz ich aber denselben maszstab an meinen text legen, wie ich ihn gern f\u00fcr (jetzt: literatur) postulieren w\u00fcrde \u2013 h\u00e4tte ich in der welt der kritiker eine stimme? ich bin nur ein sch\u00e4bisches hybrid zwischen frustriertem sediment und absolventen von literaturinstituten. und, wie Sie hoffentlich bemerkt haben, ist mir auch das geschlecht dieser absolventinnen egal. dasz es sich mehrheitlich um Innen handelt, wird an anderer stelle (doch nicht in der poetik!!) ausgiebig (verhandelt.) Sie brauchen jetzt schon hilfe zum verst\u00e4ndnis? jungejunge\u2026, da habens aber flach gesiedelt\u2026 (fn)wo waren wir\u2026, ach ja hybrid.<br \/>\nda ich den zeitpunkt zu deb\u00fctieren, von stipendien zu profitieren oder preise abzustauben mit 20 jahren ohne ver\u00f6ffentlichung wohl verpaszt habe, ist jetzt eine gute zeit, ein alter kritiker zu werden. erinnern Sie sich noch an g\u00fcnter fezer? nein? dann sind Sie entweder nie *sediment* gewesen und gleich aus hildesheim zu (hier irgendeinen zweitrangigen verlag einf\u00fcgen) (hier fehlt kein verbum) oder haben eh nie in berlin gewohnt und warum rede ich dann mit Ihnen \u00fcber deutschsprachige literatur. k\u00f6nnen wir uns f\u00fcr jetzt zumindest darauf einigen, dasz es wenig zielf\u00fchrend ist, kritik an (kunstobjekten) eines segments der (kunst) zu \u00e4uszern, in dem man nicht irgendwie als (k\u00fcnstler) selbst wenigstens halbtalentiert in erscheinung tritt? ich will schnell differenzieren und mich dabei auf die literatur beschr\u00e4nken: ein rezensent, auf dessen (agenda, nat\u00fcrlich, da ist das wort) am anfang eine kaufempfehlung oder eben nicht steht ist zu unterscheiden von 1 lektor, der risikobehaftete entscheidungen treffen musz und dieser dann endlich von jenem *hybrid*aus frustriertem, von der reinen *schlechtigkeit* der ver\u00f6ffentlichten b\u00fccher angepiszten (im zusammenhang mit seiner unf\u00e4higkeit einen verlag zu finden oder notfalls zu gr\u00fcnden) und ewig im SEDIMENT d\u00fcmpelnden und wie ich eingangs erw\u00e4hnte trotzdem der generation der avantgarde auf jeden fall unweigerlich entwachsenden amateurdichter und eigent\u00fcmer einer ebenfalls in jedem fall \u00fcberheblichen, notfalls arroganten, zutiefst unsensiblen art -kritik- an einem autor, am literaturbetrieb und zuletzt auch an der entwicklung von sprache in der literatur oder \u00fcberhaupt in jedem zusammenhang\u2026 zu \u00fcben. da bin ich. und ich kann \u00e4cht nicht anders\u2026<br \/>\nder rezensent hat gerade noch ein algoritmisches gef\u00fchl f\u00fcr was sich wohl verkauft oder nicht oder vielleicht auch doch noch l\u00e4ngst von der literarischen wirklichkeit eingeholte ressentiments; der lektor vielleicht auch noch ein dazugeh\u00f6riges *warum* etwas scheisze klingt oder gut aber selten eine bessere l\u00f6sung. ICH habe das wissen *um* das schlechte des materials und den n\u00f6tigen ehrgeiz, dieses in die welt hinauszu(fn) wenn ich etwas kritisiere, dann weisz ich auch wieso. wenn etwas scheisze klingt, dann weisz ich, wieso. wenn ein bild nicht funktioniert, dann weisz ich vielleicht -nicht- immer wieso, aber ich weisz, dasz es. wenn ich \u00fcberfl\u00fcssige w\u00f6rter in einem text erkenne, dann weisz ich, wieso sie \u00fcberfl\u00fcssig sind. wenn Sie sich die m\u00fche machen diesen text auf fehlende elemente hin zu untersuchen werden Sie schnell feststellen dasz, nicht allzu konsequent aber doch hinreichend penetrant, auf einige redundante kommas, wiederholungen und andere stilmanques verzichtet wurde, die den wirklich an literatur interessierten lehser nur st\u00f6rten, weil sie 1. vorschreiben wollten, wie er zu atmen habe (und nicht, wie ich atmen w\u00fcrde beim lesen) oder 2. seine sensibilit\u00e4t f\u00fcr sprache empfindlich reagieren lassen. (fn)<br \/>\n##formalia.<br \/>\n(###kommas. ich weisz, kommata.)<br \/>\nfalls Sie sich nicht beherrschen k\u00f6nnen: der absatz *warum schreiben wie man spricht besser ist als gar nicht zu denken* en suivant. jetzt zur grammatik. oder \u00fcberhaupt einmal zur POETIK DER KOHLR\u00dcBE.<br \/>\ndiese ist eben ein kohl und keine r\u00fcbe, obgleich sie stark wie ein mangold daherkommt. die kassierer im markt m\u00fcssen in einer liste nachschauen f\u00fcr den preis und wenn sie daf\u00fcr zu eitel sind, wird sie als sellerie abgezogen, was preislich glaubich keinen groszen unterschied macht. im unterschied zur sellerieknolle ist die kohlr\u00fcbe jedoch das konzept der suppe, in die sie kommt w\u00e4hrend anderes nur die br\u00fche f\u00fcr eine solche hergeben soll. der geschmack erinnert stark an den hals einer gans oder deren sonstige innereien, die in einer plastikt\u00fcte innerhalb der gans daherkommen wenn man gl\u00fcck hat. und so verh\u00e4lt es sich mit ihrer poesie.<br \/>\n(wenn man gl\u00fcck hat), wird eines sprache daf\u00fcr gesch\u00e4tzt, was sie von sich aus leistet und nicht daf\u00fcr, was mit ihr assoziiert wird. will man \u00fcber zb. eine kohlr\u00fcbe spannendes schreiben, gen\u00fcgt es nicht, die geschichte vom bauern zu erz\u00e4hlen, der in der fr\u00fche usw. und mit dem wissen aufzuwarten, was -ein morgen- bedeutet. die (narration) sollte neben den elementen, die notwendig sind, um meinetwegen auch die geschichte vom bauern seiner frau und deren ganzer sippe und die verbandelung u. versippung innerhalb der kohlr\u00fcbenassoziative zu erz\u00e4hlen, unbedingt auch von dieser (geschichte) abstrahierbare elemente aufweisen, die einem lehser auch dann noch stilvoll, sch\u00f6n, literarisch\u2026 erscheinen, wenn er sich f\u00fcr kohlr\u00fcben bisher wenig begeistern konnte und der bauernstand ihm am arsch vorbei\u2026 Sie wissen, worauf ich hinauswill? es gibt zwei arten, zu erz\u00e4hlen und viele arten, nicht zu erz\u00e4hlen. in der ersten erz\u00e4hlart denkt man sich eine geschichte aus und schreibt sie w\u00e4hrenddessen hin. man fertigt skizzen von charakteren an, man erstellt einen -plot-. in der zweiten f\u00e4ngt man an zu schreiben, weil man grad bock drauf hat und, geleitet von der logik der eigenen sprache, erscheint vielleicht irgendwo -etwas-, das an eine kohlr\u00fcbe erinnert, von der einem jemand mal berichtet haben mag. so sicher ist man da nie und man weisz auch sehr lange nicht, warum diese einem jetzt eingefallen ist. die sprache hat danach verlangt so scheint es. also kuckt man, was die kohlr\u00fcbe mit dem zu tun hat, wor\u00fcber man vielleicht doch irgendwie grad schreiben wollte und fragt sich, fragt sie\u2026 ob sie irgendwas sagen wollte. und? was sagt die kohlr\u00fcbe?<br \/>\nund da sind wir beim pudels kern ihrer poesie: die kohlr\u00fcben wollen gar nichts erz\u00e4hlen, sie h\u00f6ren sich nur unheimlich gern selbst sprechen und sind froh, dasz ein g\u00e4nzlich vom willen zum plot befreiter autor ihnen endlich mal zuh\u00f6rt und sie so quatschen l\u00e4szt, wies ihnen paszt, auch wenn sie nur bullshit von sich geben. (unter den kohlr\u00fcben finden sich nat\u00fcrlich wieder solche und solche und damit sind wir bei den zwei arten, genau -nicht- zu erz\u00e4hlen.)<br \/>\n1. man h\u00f6rt dem kohlr\u00fcbenkaspper aufmerksam zu und enth\u00e4lt sich einer interpretation oder -verdinglichung- seiner weirden geschichte. man gibt sie so wieder, wie ers einem \u00fcberhilft. mit allem quark der darin steckt.<br \/>\n2. man h\u00f6rt dem kohlr\u00fcbenkasper aufmerksam zu und enth\u00e4lt sich einer intepretation, aber: man schafft einen eigenen kaspper aus seinem weirden shit. man kommentiert seine endlos langweiligen monologe \u00fcbers feld, \u00fcber den bauernt\u00f6lpel (und dessen frau) und \u00fcberlegt wies war, als wir wohl alle noch -als kohlr\u00fcbe auf dem feld gestanden sind-. man versetzt sich in die kohlr\u00fcbe, in den kaspper, in *das kind* wenn ich diese allegorie hier einmal bem\u00fchen darf und kuckt, was man dazu f\u00fcr ideen hat, ideen aus der jetzt eigenen welt. man fragt den kaspper, ob ers okay findet wenn man spr\u00fcche \u00fcber die wirklich banale gestaltung der kohlr\u00fcbe an sich macht, fragt, ob man auch scheiszkohlr\u00fcbe sagen darf, scheisz fleischfresser, scheisz weihnachten usw\u2026 Der kaspper wird sich \u00fcberlegen, was er einem erz\u00e4hlt, wenn man damit so verf\u00e4hrt wie der bauer, der nur kuckt, ob die r\u00fcbe jetzt grosz genug ist, um sie aus dem boden zu reiszen und sich n scheisz um deren gef\u00fchle? ja, gef\u00fchle\u2026 schert eben. aber der -weirde shit- *des* kohlr\u00fcbenkaspper, der einem nur noch die h\u00e4lfte seines (weirden shit) erz\u00e4hlt, ist immer noch (weirder) als der shit, den man selbst nach #1 auszudenken in der lage ist, als jemand, der noch nie in den kopf einer kohlr\u00fcbe gesehn hat und dar\u00fcber eine mutwillige handlung entwirft, was darin wohl vorgehen wird, wenn man dies und dies ihr widerfahren l\u00e4szt. das sei hier quark genannt, magerquark. ich werde keine kohlr\u00fcbengeschichte schreiben, wenn ich nur b\u00fccher zum gem\u00fcsebau gelesen habe. ich musz mich schon davon leiten lassen, was der je spezifische kaspper *dieser* speziellen kohlr\u00fcbe mir erz\u00e4hlen will, die mir zuf\u00e4llig grad in der suppe schwimmt. isso. Sie sehn, ich tendiere zu #2.2. ist auch meine poetik, oder? deshalb werde ich sie wohl noch etwas verteidigen d\u00fcrfen kurz.<\/p>\n<p>hat man sich f\u00fcr eine art einmal entschieden und das sollte man getan haben, kann die geschichte ihren lauf nehmen. ob man sie nun dem kaspper \u00fcberlassen hat oder dessen weirden shit doch noch ein biszchen dem anpaszte, was man selbst vielleicht ja eigentlich erz\u00e4hlen wollte &#8211; da wird eine geschichte sein, die man nun jdfs. -nicht- erz\u00e4hlen sollte. denn wir waren ja bei der betreffenden art. also. die nicht-erz\u00e4hlung. haben wir zugeh\u00f6rt?<br \/>\n&#8211; man musz das nicht verstehn, oder?<br \/>\n&#8211; oder. es ginge wesentlich darum, plot zu vermeiden. warum? warum.<\/p>\n<p>##kriterien f\u00fcr ein wirkliches buch.<br \/>\ngibt es jemand unter Ihnen, der heut gern einen historienroman lesen w\u00fcrde? nun\u2026, schade, bzw. dann brauchens hier eigentlich nicht weiter. da sind wir raus\u2026, historien, schinken, entwicklungsromane\u2026, langer aufbau, unendliche anzahl gestalten. das ding mit den gestalten w\u00e4re n\u00e4mlich zb., dasz ungeheurer aufwand nott\u00e4te, diese sprechen zu lassen, leben zu lassen. mehr als 5-10 figuren authentisch so zu entwickeln, dasz bei jedem perspektivwechsel klar ist, wer grad spricht, wird ein schweres ding f\u00fcr den autor, der sich gegen die erste person entschieden hat. warum denn zum teufel? was habt ihr schulabg\u00e4nger gegen die ich-perspektive? wir haben hier etwa den klassischen fall brahms-wagner, wenn jemand was damit anfangen kann. ich m\u00f6chte mich nicht unbedingt auf die bemitleidenswerte wagnerseite schlagen, und dessen methodik der jener von brahms, dem, klassischer arbeitsweise verpflichteten, denker, hier vorziehen. r\u00fchrung aber immer\u2026, vor der bewunderung, ist zwar, obgleich und auch weniger tiefgehend als diese, leichter zu empfinden; ist eine einfach einzunehmende haltung gegen\u00fcber einem artpiece.<br \/>\n##10402.task is, isit.<br \/>\nalso r\u00fchrung. zb., analogie: eine (beliebige) s\u00e4ngerin, die ihre unf\u00e4higkeit, die stimme\/den ton zuhalten, kultiviert und eben das ihre kunst (hier einmal von mir behauptet) sei. anders: eine mittelm\u00e4szige s\u00e4ngerin, die auch noch (scheiszmusik) macht. ich weisz, das jetzt ziemlich platt, plakativ; verdeutlicht aber meine -idee der reinen kohlr\u00fcbe-, zb. (also im gegensatz zum edlen spargel vielleicht?) warum dann nicht lyrik&#8230;, (texte), die zur schau stellen die unf\u00e4higkeit des autoren (genres zu bedienen, einen plot aufrechtzuhalten) oder schlimmstenfalls die rechtschreibung irrelevant zu empfinden. oder das auch: worte in eine falsche richtung zu schicken, und das auf penetrante weise. reicht es, sich wie hier, klammern, bettelnder punkte, minusse zur (wiederholung: bedienen), um diese unf\u00e4higkeit, wenn man schon nicht zu mehr in der lage ist, zumindest kokett anzubieten&#8230;, als so fettecke os\u00e4. aber task is, i know kluge&#8230;<br \/>\ndie avantgarde h\u00e4lt sich mit kritik zur\u00fcck mit poetologischen bemerkungen. da ich kein teil der a. bin, sondern nur&amp;immernoch, zum ausgang o.a. zeitfensters, in dem zu deb\u00fctieren noch durchaus glaubhaft erschiene, sediment, speie ich was f\u00fcr ein h\u00e4szliches wort, kotze ich also auf (nein nicht eigentlich die vorreiter) aber auf das segment, das die kohle scheffelt vermutlich. ist das \u00fcberhaupt notwendig? sinnvoll? wenn es diesen mainstream nicht g\u00e4be, wogegen w\u00fcrde dann die (unfertige) sprache noch opponieren wollen? also hier nur eine schichtungsfrage, und ich rege an, doch mal mehr zu experimentieren? nein. nicht nur. wagner war auch extrem mainstream, ist er nat\u00fcrlich immernoch. trotzdem krasse musik, naja, oder eben genau deshalb. da musz ich die musikanalogie verlassen, weil die sich gut verkaufenden b\u00fccher eben auch scheisze geschrieben sind. also meistens. dasz ein buch vom spiegel empfohlen wird ist eine warnung, es jdfs. nicht zu kaufen, sondern h\u00f6chstens zu klauen, um sich doch selbst ein bild zu machen vom geschmack der massen.<br \/>\nsoviel aus der u2. kaiserdamm\u2026, we encourage all passengers to leave the train\u2026<br \/>\n##10405. jetzt aber zu guter literatur.<br \/>\nich empfinde meine hier (aufgabe) mich poetologisch zu \u00e4uszern als eine dankbare. (hier der einsatz: wie eine -aufgabe- -dankbar- sein kann\u2026; antwort: das sagt man eben so. und genau das sagt uns die kohlr\u00fcbe.)<br \/>\nich habe vers\u00e4umt, mich dar\u00fcber zu informieren, -warum- andere autoren heute eigentlich schreiben. also gehe ich einmal von mir aus. -nicht- f\u00fcr den feuielleton vermutlich. dieses wort muszte ich kurz nachschlagen, es sieht doch zu seltsam aus und ich habe es bestimmt trotzdem falschgeschrieben. also jdfs. nicht -f\u00fcr- die kritiker. nicht nur. ich meine jedoch, eine tendenz in heute publizierten texten sehen zu k\u00f6nnen, welche genau dorthin zielt. also: schreiben entweder zum zwecke, kritiker herauszufordern, zu ver\u00e4ppeln, l\u00e4cherlich zu machen; oder dergestalt, dasz diesen am hintern ganz warm wird. beides jedoch richtet sich nicht an ein lesendes publikum, sondern die instanz irgendwo zwischen theke und messe. nat\u00fcrlich kann man sagen, den kritiker aufs korn zu nehmen und m\u00fche einzig darein zu stecken, diesen m\u00f6glichst feinsinnig dem spott anderer (dichter) zu \u00fcberantworten, ist ein nicht genug zu w\u00fcrdigendes literarisches unterfangen. hr. walser hat dieses jedoch bis ans bittere ende zu aller vom feuielleton gebeutelten literaten pr\u00e4zendenzfall stellvertretend bestanden. es wird also nicht ausreichen, literarisch zu beweisen, dasz man, wenn man schon nicht in der lage ist, nach g\u00e4ngigen kompositionsschemata (zu komponieren) wenigstens die kritiken dazu schon -in der primaere- entsorgt cvd. im text schon den umgang mit den kritikern pflegt und diese eben gemeinhin vorf\u00fchrt. ein buch, das nur schach mit dem kritiker spielt, ist nochnichtmal f\u00fcr diesen aufregend, wenn es sich darin ersch\u00f6pft. wie kommen wir also zu einer befreiung vom plot (um es den kohlr\u00fcben recht zu machen), ohne auf die wirkkraft metastasierender selbstreflektionen des schreibenden Ich sich zu verlassen. ja\u2026, ein hermetischer text, der eines naja eben hermeneutikers bedarf, um -aufgeschlossen- zu werden, ist f\u00fcr jemanden -ohne-diesen (entriegelungswillen) selten die pure lust und wird wohl schnell als -etude-, als -\u00fcbung, die dem eigentlichen schreiben nur vorausgehen sollte-, enttarnt. ich liebe es, in solchen (\u00fcbungen) zu versinken, beiderseits vom desk. achja\u2026, gute literatur\u2026<\/p>\n<figure id=\"attachment_582\" aria-describedby=\"caption-attachment-582\" style=\"width: 241px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-582\" src=\"https:\/\/ada-sub.rotefadenbuecher.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Bildschirmfoto-2019-10-08-um-06.26.45.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2019-10-08 um 06.26.45\" width=\"241\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2019-10-08-um-06.26.45.png 241w, https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2019-10-08-um-06.26.45-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 85vw, 241px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-582\" class=\"wp-caption-text\">10414. guten morgen clemens. das musz gek\u00fcrzt werden, um (redundanz) erleichtert, und dann passen noch vers 500 w\u00f6rter wirklich poetologischen contents..; aber soweit: findichs geil.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#trampelpfade. eine poetik der kohlr\u00fcben. eine -kohlr\u00fcbenpoetik-. r\u00e4uspern. der clerk nimmt die f\u00fcsze vom tisch, beendet das private telefonat und schaut etwas bedr\u00f6ppelt. im vorlauf ging es um einen nicht zugestellten scheck des amts. &#8211; w\u00fcrden Sie freundlicherweise nachschauen, ob Sie eine unterlage f\u00fcr den scheck finden? &#8211; \u00e4h, ja\u2026, da machich mich gleich ran. &hellip; <a href=\"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/poetic\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;poetic&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"class_list":["post-451","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=451"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/451\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ada-sub.dh-index.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}