der junge saß, in sich zusammengefallen, auf das nötigste beschränkt, am anderen ende des langen tisches, an dem wir uns versammelt hatten. er warf unruhige blicke in meine richtung. ich hatte mich neben smithson gesetzt, um ihn ab und zu stützen zu können, wenn er aufstehen wollte, ich wußte, daß er es nicht den ganzen abend ertragen würde, auf seinem stuhl zu verharren. einer hob sein glas und stieß unter dem gejohle der anderen einen spruch auf den alten aus. der nahm nicht einmal notiz davon, starrte nur auf seine hand, die zitternd auf dem buch lag. ich hatte ihm schon die richtige seite aufgeschlagen, er sagte nur, er braucht es nicht, er kennt die geschichte, doch hatte er hin und wieder einen blick hinein geworfen, während die anderen laut durcheinander plapperten. er bewegte die lippen, während er zeile für zeile in sein gemartertes hirn zu saugen versuchte. und doch würde auch diesmal die geschichte anders klingen, so wie sie immer, wenn er sie erzählte, auf andere art und weise in mich drang, der ich gewachsen und er der welt immer mehr entwachsen war. er hatte sich in einer weise entlebt, daß er stetig an konturen gewonnen hatte, bis er gänzlich aus einem umriß seiner selbst bestand, so fest in die zeit eingegraben, daß sie nur noch aus ihm zu bestehen schien. damit war auch er ein teil von ihr geworden, so konnte ich nicht mehr sagen, das ist der alte, er wurde mehr und mehr zu einem. wenn sich schon nicht die existenz des menschen in worte fassen ließ, sie immer wieder unter den fingern zu etwas zerrann, das weder war, noch nicht war, so sollte sich doch zumindest sein wesen in etwas pressen lassen, das in der form irgendwie an einen menschen erinnerte. war dies der junge? war dies sein ebenbild? das mich so mit meinem selbst zusammenbrachte und immer wieder mich in frage stellte, wie ich in der welt war, das stetig mich aufs neue herausforderte, den gegebenheiten, wenn sie denn gegeben waren, ins auge zu schauen und daraufhin nicht zu verzweifeln ob der eigenen schmächtigkeit, der eigenen unzulänglichkeit, die das einzige war, was in der welt von mir übrig blieb. dieses nichts, das mich von dem jungen trennte, von seinem persönlichen außen, von seiner grenze mich abhob, ihr entgegen meine eigene setzte, sie wieder und wieder bestärkte und mich darauf aufmerksam machte, daß ich nicht er war, was hatte diese kleine differenz für einen wert in der welt, die so doch geschaffen worden war, die bestand hatte und nicht weniger real war als alles von menschen geschaffene. in dem, was er für mich war, steckte meine sehnsucht nach jugend, der wunsch, vieles anders getan zu haben, nach rückkehr und aufhebung der grenze, die mich von meiner eigenen vergangenheit abhob. ich blieb in seiner anschauung dem bild verhaftet, nichts könnte einen jungen menschen seines glaubens berauben, nichts könnte ihn stärker binden an ein gelübde, als die gewißheit, gutes zu vollbringen. seine zweifel sah ich selbst mit angst, angst, er könnte vor der herausforderung zusammenbrechen und das werk nicht beenden. ich nahm mit freude an seiner entwicklung teil, mir wurde jedesmal warm ums herz, hatte er sich verausgabt, seiner leidenschaft ihren lauf gelassen. |